Unser Kind sieht - obgleich sich anfangs noch kein richtiges Geweih ausgebildet hatte - recht "nordisch" aus. Zudem konnte es von Anfang an so gut schiefliegen. Deshalb haben wir ihm den Namen Finja gegeben. Nachdem wir nun beim baden des Kindes bemerkt hatten, dass es männlichen Geschlechtes ist, sind wir mit der Namenswahl nicht mehr so begeistert. Doch wer fragt bei Conny, Kim oder Westerwelle nach der Geschlechterspezifikation? Entschei-
dender als die Namensgebung sind doch die Vermittlung moralischer, ideologischer Werte, oder die Frage nach der grassienden Fettleibigkeit unserer Kinder mit der implizierenden Frage: sind unsere Kinder deshalb
zu dick, weil sie zuviel essen oder zuwenig schei... Die Namensgebung ist somit ambivalent zu betrachten, denn sie korreliert nicht nach dem ursächlichen Prinzip von Ursache und Wirkung. Andererseits wäre ohne sie eine an die betreffende Person gerichtete Provokation oder Beleidigung unmöglich. Ich würde mich daher zukünftig für eine vollkommen emotionslose Wahl für die Namengebung meines Kindes entscheiden, etwa: Kind 1, Kind 2 oder Römisch I... oder elendiger Balg... Das wären erste Ansätze, die auch im späteren Berufsleben ihre Wirkung kaum verfehlen, eher noch verstärken würden.