Umweltgifte: Alltagsgefahr für Babys

Wo sie lauern und wie sie schaden

Schon die Kleinsten haben einen natürlichen Bewegungs- und Entdeckungsdrang. Keine Ecke im Haus oder Garten ist vor ihnen sicher, alles wird erkundet, ertastet und in den Mund gesteckt. Wo Gefahren und Umweltgifte auf dein Kind warten, und welche Auswirkungen das auf die Gesundheit haben kann, erfährst du hier.

Dunkelhaariges Baby nuckelt an einem grünen Holzspielzeug für Babys

Erwachsene und Kinder - gleiche Belastung, unterschiedliche Auswirkung

Zunächst einmal ist es interessant zu wissen, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder tagtäglich den unterschiedlichsten Umweltgiften und Einflüssen ausgesetzt sind. Der Unterschied ist aber, dass Erwachsene deutlich weniger darunter leiden, sie können die einzelnen "Attacken" bestimmter Stoffe besser wegstecken. So fühlt sich ein Erwachsener einfach mal für kurze Zeit nicht so gut, während kleine Kinder relativ schnell mit Symptomen zu kämpfen haben, zum Beispiel:

  • Allergien
  • Asthmatische Reaktionen
  • Kopfschmerzen
  • Hautausschlag
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Fieber
  • Allgemeines Unwohlsein

Der Grund dafür ist, dass unsere erwachsenen Organe bereits besser entgiften können als die Leber und Nieren der Kleinen. Und der ausgewachsene Körper eines Erwachsenen kann Gifte einfach schon besser verkraften und "verdauen" als ein vergleichbar kleiner Körper.

Baby mit Hautausschlag
Babys reagieren zum Beispiel allergisch auf verschiedene Umwelteinflüsse

Wie Umweltgifte vom Körper aufgenommen werden

Ein Problem sowohl für Erwachsene als auch Kinder ist, dass die meisten Umweltgifte nicht mit dem bloßen Auge zu sehen sind. Es sind versteckte Gefahren, die überall lauern können und vom Körper auf verschiedene Wege aufgenommen werden.

Orale Aufnahme

Baby beißt in das Geländer eines Laufstalls

Bei der oralen Aufnahme von Umweltgiften gelangen die Schadstoffe über den Mund und anschließend über den Verdauungstrakt in den Körper.

Meist sind es Gifte aus der Nahrung oder dem Trinkwasser, die über den oralen Weg in den Körper gelangen und hier zu Problemen und Symptomen führen. Unter anderem können diverse Bakterien und Keime, Schwermetalle, Pestizide und Nitrat auf diese Weise in den Körper des Kindes gelangen. Besonders bei Babys eine allgegenwärtige Gefahr, denn gerne wird alles mit dem Mund entdeckt und in den Mund gesteckt.

Auch Weichmacher, Lacke und Farben von Möbeln oder Gegenständen können über den Mund für gesundheitliche Probleme sorgen. Nicht selten beinhalten zum Beispiel Lacke von Spielsachen sogenannte PAKs (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), die dem Kind schaden können, wenn Sie oral in den Körper gelangen.

Dermale Aufnahme

Baby mit nackten Beinen auf einem Dreirad

Auch die Haut kann Gifte aufnehmen, die dann in den Blutkreislauf gelangen. Zum Beispiel können über die Haut Gifte aus Azofarbstoffen oder aus Chromverbindungen aufgenommen werden. Die giftigen Farbstoffe können auf diversen Spielsachen vorkommen, die Chromverbindungen befinden sich unter anderem in Kinderkleidung.

Inhalative Aufnahme

Frau benutzt Haarspray

Gelangen Gifte über die Atemwege in den Blutkreislauf, spricht man von der inhalativen Aufnahme. Diverse flüchtige Substanzen und Lösungsmittel gelten hier als besonders gefährlich, aber auch Schimmelpilze, Haarsprays oder ähnliches.

Wo Umweltgifte lauern

Gesundheitsgefährdende Umweltgifte können überall lauern. Wo aber finden sich besonders viele Gefahren im Alltagsleben deines Kindes?

Trinkwasser

Baby blickt auf ein Fläschchen

Quelle Nummer eins ist das Trinkwasser. Zwar wird Trinkwasser in Deutschland streng kontrolliert und ist bedenkenlos trinkbar, die Gefahren aber lauern woanders. Es sind

  • alte Wasserleitungen,
  • in die Jahre gekommene Boiler oder
  • verschmutzte Wassertanks,

die ein großes Risiko mit sich bringen. Das Trinkwasser fließt hindurch oder wird gesammelt. Bakterien, Blei und diverse Schwermetalle können sich im Wasser ansiedeln und oral in den Körper gelangen. Wenn du dir bei deinen Geräten und Leitungen unsicher bist und Sorgen machst, kann eine Wasseranalyse Klarheit bringen.

Luft

Rauchender Vater mit Baby auf dem Arm

Eine weitere Gefahrenquelle ist die Luft. Eingeatmet gelangen diverse Gifte schnell in die Blutbahn. Weichmacher, Formaldehyd, Lacke und Farben, Schimmelpilze und diverse Sprays sind nur einige der möglichen Umweltgifte, die dein Kind über die Luft aufnehmen kann.

Die größte Gefahrenquelle in der Luft ist und bleibt aber das Passivrauchen. Kommt dein Kind regelmäßig mit Rauchern in Kontakt und raucht passiv mit, ist das eine große Gefahr für dessen Gesundheit.

Garten

Kind pflückt eine Tomate im Garten

Leider kann auch der heimische Garten eine Gefahrenquelle darstellen. Je nach Boden und Wohngebiet kann das Grundstück belastet sein. So können unter anderem Schwermetalle wie Quecksilber oder Cadmium schaden. Besonders wenn Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten verzehrt wird, dessen Boden belastet ist.

Kinderzimmer

Buntes Kinderzimmer

Auch im Kinderzimmer kann es Gefahrenquellen geben. Bett und Schrank, Stofftier und Spielzeugauto, Puppe und Bauklötze - überall können Farben, Lacke und Weichmacher verwendet sein, die als Umweltgifte und somit als gesundheitsgefährdend gelten.

Wie Umweltgifte wirken

Welchen Schaden ein Umweltgift anrichten kann, hängt besonders davon ab, wie und in welcher Menge es in den Körper gelangt. So gibt es Gifte wie die PAKs, die bis zur DNA vordringen und große Schäden am Erbgut verursachen können. Andere wiederum, zum Beispiel Quecksilber, gelangen bis ins Gehirn und können die Nerven schädigen. Kommt es über einen längeren Zeitraum zu einer Belastung, reichern sich die Giftstoffe im Gewebe und den Zellen an, die Gefahr steigt im Laufe der Zeit drastisch an.

Welche Folgen die Gifte im einzelnen haben können, kann pauschal nicht beantwortet werden. Viele Faktoren spielen hier eine Rolle. Wie groß war und ist die Belastung, welche Mengen wirken auf den Körper des Kindes ein? Sind es vielleicht mehrere Umweltgifte, denen dein Kind täglich ausgesetzt ist? Oft ist es auch ein ganzer Cocktail an Giften, die dem kleinen Körper dann zu schaffen machen. Vom kleineren Unwohlsein bis hin zu schweren, teils akuten, teils chronischen Erkrankungen, ist hier als Folge vieles möglich.

Muss man Kinder von der Umwelt abschotten?

Ein klares NEIN! Kinder sollen Kinder sein, sie sollen spielen, toben und entdecken können und dürfen. Leider kannst du nicht alle Gefahren von deinem Kind fernhalten. Dennoch kannst du einiges dazu beitragen, damit dein Kind möglichst wenig von den überall lauernden Umweltgiften abbekommt.

Hier ein paar allgemeine Tipps und Verhaltensregeln, die für ein gewisses Maß an Sicherheit sorgen:

  • Regelmäßiges Händewaschen ist das A und O, besonders nach dem Spielen draußen
  • Lebensmittel wie Obst, Gemüse etc. sollten immer vor dem Verzehr gewaschen werden
  • Eine Wasseranalyse gibt Aufschluss über die Wasserqualität in deinem Haushalt
  • Schimmel nach Möglichkeit vermeiden oder behandeln lassen
  • Nicht in Gegenwart des Kindes rauchen, am Besten auch nicht in den Wohnräumen
  • In Anwesenheit des Kindes keine Haarsprays oder ähnliches verwenden, immer gut lüften
  • Spielsachen und Kleidung mit viel Sorgfalt auswählen
  • Allgemein im Haushalt auf Weichmacher, krankmachende Farben und Lacke verzichten

Bildnachweise

  • Ein Baby spielt mit einem Holzspielzeug © athomass - www.fotolia.de
  • baby with dermatitis problem of rash. Allergy suffering from food allergies. Close-up atopic symptom on skin cheeks. concept © yavdat - www.fotolia.de
  • baby in bitting on crib © Melking - www.fotolia.de
  • Tricycle en bois © Nastasia Froloff - www.fotolia.de
  • making evening woman coiffure © Vedmochka - www.fotolia.de
  • biberon e neonato © olly - www.fotolia.de
  • Bad father is smoking and holding little baby in hands. © vchalup - www.fotolia.de
  • au jardin © pgm - www.fotolia.de
  • Freshly painted room for a baby © Galina Barskaya - www.fotolia.de

Autor:

Baby-Vornamen-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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