Tipps für den Kindergartenstart

So gelingt die Eingewöhnung

Die meisten Kinder gehen mit zwei oder drei Jahren in den Kindergarten, manche auch etwas früher oder später. Bei allen Kindern gleich: ab dem Kindergartenstart verändert sich viel im Leben der Kleinen. Aber auch für Euch als Eltern ist der Start im Kindergarten eine Umstellung.

Bunte Bauklötze formen das Wort "Kindergarten"

Warum der Kindergarten so wichtig ist

Wie so oft im Leben, gibt es auch rund um das Thema Kindergarten Befürworter und Gegner. Der Großteil aller Eltern schickt seine Kinder in den Kindergarten, aber es gibt auch Eltern, die lieber möglichst lange auf solch eine Einrichtung verzichten wollen. Experten aber sind sich einig, dass der Kindergarten sinnvoll und auch wichtig ist.

  • Hier kommen Kinder mit anderen Kindern in Kontakt,
  • lernen diverse soziale Prozesse,
  • lernen den Umgang mit der Fremdbetreuung und
  • können sich auf einer anderen Ebene entwickeln und entfalten.

Natürlich fällt es anfangs nicht leicht, sein kleines Kind loszulassen. Im Kindergarten gibt es viele fremde Situationen, vielleicht wird das eine oder andere ganz anders gehandhabt als zu Hause. Dennoch ist der Kindergarten für Euer Kind gut und wichtig. Mit der für Euch passenden Einrichtung, einer guten und richtigen Eingewöhnung sowie viel Mut, Zeit und Liebe, wird der Kindergarten für Eure ganze Familie eine echte Bereicherung darstellen.

Erzieherin und Kinder haben Freude am gemeinsamen Handwerken
Nach geglückter Eingewöhnung stellt der Kindergarten sowohl für Kind als auch Eltern eine echte Bereicherung dar

Das Kind auf die Kindergartenzeit vorbereiten

Steht fest, wann Euer Kind in den Kindergarten gehen soll, müsst Ihr natürlich nach einer passenden Einrichtung suchen. Habt Ihr einen Platz für Euer Kind bekommen und ist die Anmeldung erfolgt, kann es auch schon bald losgehen. Im Kindergarten könnt Ihr Euch bereits vorab informieren, was Euer Kind alles braucht, was es zu beachten gibt, welche täglichen Abläufe vorliegen.

Für Euer Kind wart Ihr als Eltern bisher die wichtigsten Bezugspersonen. Natürlich ist der Kindergartenstart ein großer und bedeutender Einschnitt. Viele Kinder, neue Bezugspersonen, andere Spielsachen, fremde Abläufe, Euer Kind muss jetzt viel verarbeiten und neu erlernen und entdecken. Umso wichtiger, dass Ihr Euer Kind langsam und behutsam an das Thema Kindergarten heranführt.

  • Erzählt Eurem Kind, dass es jetzt bald in den Kindergarten gehen wird, und was das genau ist. Unter anderem können hier Bilderbücher eine große Hilfe sein.
  • Spaziergänge vorbei am zukünftigen Kindergarten können Euch und dem Kind einen ersten Eindruck vermitteln.
  • Viele Einrichtungen bieten auch Schnuppernachmittage oder ähnliches an, damit sich Euer Kind den Kindergarten vorab schon mal genauer ansehen kann.
  • Falls nicht, nehmt Euer Kind mit zur Anmeldung. Auch hier bekommt Ihr bestimmt die Möglichkeit, die neuen Räume kurz zu sehen und zu erkunden.
Mutter und Tochter lesen ein Buch
Zur Einstimmung und Vorbereitung auf den Kindergarten gibt es eine Menge toller Kinderbücher

Anstrengende Tage für Eltern und Kind

Nicht nur für Euer Kind, auch für Euch als Eltern bedeutet der Kindergartenstart eine große Veränderung. Macht Euch bewusst, wie wichtig diese Erfahrung für Euer Kind ist. Nach Möglichkeit solltet Ihr eine Einrichtung wählen, bei der auch Ihr Euch wohl fühlt. Ein Vertrauen zu den Erziehern und ein gutes Bild des Kindergartens können viel dazu beitragen, dass der Start auch für Euch leichter wird.

Die ersten Tage werden für Euch alle anstrengend sein. Lasst Euch Zeit, redet viel, und mit viel Liebe und Geduld werdet Ihr den Start bestimmt gut meistern.

Der erste Tag - die Eingewöhnung beginnt

Dann ist es auch schon soweit, der erste Kindergartentag steht vor der Tür. Bestimmt seid Ihr alle sehr aufgeregt. Und das dürft Ihr auch. Wichtig ist aber, lasst Euer Kind Eure Aufregung, vielleicht auch Eure Unsicherheit nicht spüren. Euer Kind wird sich an Euch orientieren. Wenn Ihr Euch sicher gebt, wird es sich auch sicherer fühlen.

In den meisten Kindergärten wird eine sehr sanfte Eingewöhnung praktiziert. Bilder von früher, wo die Kleinen schon am ersten Tag schreiend zurückgelassen wurden, gehören Gott sei Dank der Vergangenheit an.

Wie lange genau eine Eingewöhnung dauert, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Nicht selten sind es zwischen zwei und vier Wochen, aber es kann auch schneller und langsamer gehen. Alles ist ok, wichtig ist, dass sich das Kind sicher und wohl fühlt.

Kinder spielen mit bunten Bausteinen
In den ersten Tagen hilft es dem Kind ungemein, wenn Mama oder Papa vor Ort bleiben

Der Kindergarten bedeutet für ein Kind immer erst einmal große Verlustängste. Plötzlich sind Mama und Papa nicht mehr da. Umso wichtiger, hier so sanft wie möglich vorzugehen. Meist ist es so, dass eine Bezugsperson, Mama oder Papa, die ersten Tage noch anwesend ist. Während Euer Kind also zunächst mit den Erziehern, später mit den Kindern, spielt, bleibt Ihr noch im Raum und seid präsent. Nach und nach verlasst Ihr dann für einen bestimmten Zeitraum den Raum, immer etwas länger. Später dann dürft Ihr das Gelände ganz verlassen, für eine halbe Stunde, eine Stunde, bis hin zum gesamten Zeitraum, für den Euer Kind dann im Kindergarten bleiben soll.

Die Kleinen müssen die neue Umgebung erst kennen lernen, Vertrauen aufbauen. Das geht besser, wenn Mama oder Papa zunächst noch da und greifbar sind. Das schafft Vertrauen und gibt Sicherheit. Wichtig ist es, genau das für Euer Kind auszustrahlen: Sicherheit. Dann erleichtert Ihr Eurem Kind den Start in den Kindergarten.

Eine Bezugsperson für Eltern und Kind

Meist ist es so, dass ein Kind eine Bezugserzieherin hat. Diese nimmt Euch am ersten Tag in Empfang und beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Kind. So kann schnell ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, das Kind kann besser ankommen.

Auch für Euch als Eltern ist diese Erzieherin dann der Ansprechpartner Nummer eins. Bei Unsicherheiten, Fragen, Problemen und Ängsten könnt auch Ihr diese ansprechen, um Hilfe oder Rat bitten. Ohnehin ist eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Kindergarten immer wichtig, ganz besonders aber zu Beginn.

In einigen Kindergärten wird pro Gruppe immer nur ein Kind für einen bestimmten Zeitraum eingewöhnt. Und das ist auch ganz gut so, denn so ist eine optimale Betreuung gewährleistet und möglich.

Ohne Tränen geht es nur selten

Ja, es gibt Kinder, die verkraften den Einstieg in den Kindergarten gut, und Tränen gibt es nicht. Aber viele Kinder tun sich schwer und weinen, wenn Mama oder Papa das erste Mal gehen. Nicht nur während der Eingewöhnung, auch später kann das immer mal wieder vorkommen. In der Regel ist es dann die Aufgabe der Bezugserzieherin, das Kind aufzufangen und zu trösten, was in den meisten Fällen auch sehr gut klappt.

Kleines Kind weint
Ohne Tränen kommt in der Eingewöhnungszeit kaum ein Kind aus

Abschied nehmen ist nie leicht. Ob für Euch und Euer Kind jetzt ein schneller Abschied oder lieber ein längeres Abschiedsritual besser ist, das ist eine individuelle Entscheidung. Achtet auf Euer Kind und redet mit den Betreuern, so findet Ihr schnell raus, was Euer Kind braucht und was Sinn macht.

Wichtig ist, Ihr müsst Euch irgendwann verabschieden. Das müsst Ihr lernen, das muss Euer Kind lernen. Auch wenn ein Kind mal noch weint, wenn Mama oder Papa geht, beruhigt es sich doch recht schnell wieder und fängt an zu spielen. Ein Zwang ist hier aber fehl am Platz. Nach Möglichkeit sollte kein Kind unter Druck im Kindergarten bleiben, wenn es absolut nicht will und sich auch nicht beruhigen lässt. Ein paar Tränen aber, auch etwas Weinen, Geschreie und auch Protest, müssen Eltern und Kind einfach aushalten können. Nur so lernen beide Parteien loszulassen und sich neu umzustellen.

Kleiner Junge mit Teddybär im Arm
Der Teddy muss mit

Viele Einrichtungen fragen nach Bezugsdingen für das Kind. Etwas, das das Kind gerne mag, womit es sich besser beruhigen lässt, was ihm einfach wichtig ist. Das kann der Schnuller sein, ein Stofftier, ein Lieblingsspielzeug oder auch ein Buch mit Bildern von zu Hause, den Eltern oder auch den Haustieren. Kullern beim Abschied ein paar Tränen, oder gibt es zwischendurch ein Problem, so können die Erzieher das Kind mit solchen Dingen meist besser wieder beruhigen und ablenken.

Nach der Eingewöhnung

Ist die Eingewöhnung vorbei und geht Euer Kind jetzt fest in den Kindergarten, so kann es Sinn machen, ein erstes ausführliches Gespräch mit den Betreuern zu suchen. Viele Einrichtungen bieten solch ein Gespräch ohnehin im Rahmen eines Elternsprechtages an. Hier kann besprochen werden, wie die ersten Tage und Wochen waren, wie sich das Kind eingelebt hat. Gibt es noch Probleme, können diese angesprochen und behoben werden. Auch Ihr als Eltern könnt hier natürlich von eventuellen Auffälligkeiten berichten, Fragen stellen oder Probleme ansprechen.

Junge Eltern in einem Gespräch
Eine Elternsprechstunde mit den Erziehern ist besonders im ersten Halbjahr sehr sinnvoll

Es ist ganz normal, dass sich Euer Kind nach den ersten Tagen und Wochen verändert. Viele neue Eindrücke müssen verarbeitet werden. Viele Kinder schlafen erst einmal schlechter, sind anhänglicher und suchen vermehrt den Kontakt zu den Eltern. Andere gelangen jetzt in eine neue Phase aus Motz, Trotz und Ausprobieren. Durch die neue Welt Kindergarten haben viele Kinder das Gefühl, sie müssten sich auch zu Hause neu behaupten. Hier sind dann von Euch ganz viel Liebe und Geduld, aber auch Konsequenz und Durchhaltevermögen gefragt.

Wenn die erste Euphorie verflogen ist

Meist gehen die Kleinen zunächst gerne in den Kindergarten. Alles ist neu und spannend, neue Spielkameraden und Spielsachen machen Lust auf mehr. Nach ein paar Wochen ist aber nicht selten die erste Euphorie verflogen, einige Kinder beschließen jetzt, nicht mehr in den Kindergarten gehen zu wollen. Erst einmal ist das alles normal und kein Grund zur Sorge. Ein Gespräch mit den Erziehern kann Euch hier Sicherheit bringen.

Wenn es Euch möglich ist, spricht natürlich nichts dagegen, wenn ein Kind auch mal einen Tag zu Hause bleibt. Dennoch solltet Ihr hier nicht zu nachlässig sein. Liegen keine wirklich wichtigen Gründe vor, sollte Euer Kind regelmäßig in den Kindergarten gehen.

Ob es eventuell Probleme gibt, könnt Ihr ebenfalls in einem Gespräch mit dem Kindergarten in Erfahrung bringen. Vielleicht wurde Euer Kind geärgert, hatte ein Angsterlebnis oder Ähnliches. Meist sind es Dinge, die schnell aus der Welt geschafft werden können. Liegt es aber einfach nur daran, dass die Euphorie nicht mehr so stark ausgeprägt ist, ist eine gewisse Konsequenz angebracht. Auch, weil die Kleinen nicht selten auch hier versuchen und ausprobieren, wo sie stehen und wie weit sie gehen können. Eine Kombination aus Liebe, Geduld und Konsequenz ist hier meist das richtige Mittel.

Bildnachweise

  • Kindergarten © mapoli-photo - www.fotolia.de
  • preschoolers © Monika Adamczyk - www.fotolia.de
  • playing parents © detailblick-foto - www.fotolia.de
  • Kids Playing at Kindergarten © oneblink1 - www.fotolia.de
  • little child is crying © Firma V - www.fotolia.de
  • boy with bear © Marzanna Syncerz - www.fotolia.de
  • lächelndes paar in einem beratungsgespräch © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Autor:

Baby-Vornamen-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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