Richtiger Umgang mit Bettnässern
Sind Bettnässer krank oder unterentwickelt? Ist Bettnässen eine Form des Protests? Muss man mit Strenge und Strafen reagieren?
Viele Eltern sind überfordert und ratlos, wenn ihr Kind plötzlich im Schulalter wieder beginnt, nachts ins Bett zu urinieren. Schnell ist man mit gängigen Vorurteilen bei der Hand. Oftmals wird sogar die Tatsache des Bettnässens verdrängt, da ein falsches Schamgefühl vorherrscht und Versagensängste aufkommen. Viele Eltern sagen "Mein Kind tut so etwas nicht".
Doch in den seltensten Fällen ist das Bettnässen eine bewußte Entscheidung des Kindes oder wird gar aus Protest verübt. Meistens erfolgt es unterbewusst und unbewusst, und wird vom Kind erst dann wahrgenommen, wenn es zu spät ist und die Blase entleert ist.
Bettnässen kann viele Ursachen haben. Eine der einfachsten ist natürlich, dass das Kind vor dem Zubettgehen nicht mehr die Toilette aufsuchen konnte oder wollte. Dieses Problem lässt sich relativ leicht lösen, indem man sein Kind innerhalb des Gute-Nacht-Rituals zum Toilettengang auffordert. Dies kann spielerisch geschehen und sollte keinesfalls einen zwanghaften Charakter annehmen. Auch Drohungen im Stile von "wenn Du nicht zur Toilette gehst, dann wirst Du ins Bett machen" sind wenig hilfreich und verstärken nur die Angst.
Bettnässen ist aber in vielen Fällen auch ein stummer Hilfeschrei eines Kindes, das unter psychischen Problemen oder zu großem Druck leidet und sich nicht anvertrauen kann. Beobachten Sie deshalb Ihr Kind gut, fragen Sie nach Problemen in der Schule oder im Freundeskreis, hinterfragen Sie kritisch ihr eigenes Verhalten. Vielen Kindern kann durch erhöhte Aufmerksamkeit und ein besonderes Maß an Zuwendung ganz einfach geholfen werden. Wenn zu vermuten ist, dass die Ursachen tiefer liegen, oder es in der Familie gravierende Strukturprobleme gibt, sollten Sie sich an ihren Kinderarzt wenden, und mit ihm die Möglichkeiten einer Therapie diskutieren.
Allerdings kann Bettnässen auch konkrete organische Ursachen haben. Liegt dieser Verdacht nahe, suchen Sie mit ihrem Kind unbedingt auch einen Arzt auf.
Im Umgang mit dem betroffenen Kind ist es von großer Wichtigkeit, mit Liebe und Zuwendung auf das Problem zu reagieren. Strafen und Androhung von Strafen werden das Problem nicht beheben können, sondern lösen im Gegenteil noch mehr Ängste aus, die das Bettnässen dann weiter verstärken.
Im übrigen sollte die Definition des "Bettnässens" gut überdacht werden. Ein Kind, das nur in großen Abständen einmal ins Bett uriniert, ist noch lange kein Bettnässer. Vom Bettnässen spricht man bei einer bestimmten vorkommenden Regelmäßigkeit, wenn das Problem zum Beispiel schon beinahe zum Alltag gehört.
Scheuen Sie sich in jedem Fall nicht, den Kinderarzt um Rat zu fragen, oftmals sind die Therapieformen ebenso einfach wie wirkungsvoll.
Bildnachweis: Sick child © Joanna Zielinska - www.fotolia.de
Diese Artikel könnten Sie auch noch interessieren
Seit Urzeiten wachsen Kinder mit Tieren auf und profitieren im Umgang mit den Vierbeinern oder auch gefiederten Freunden...
Mit der Geburt eines Kindes stellen sich für Eltern Gewohnheiten und Alltag um. Fragen zum gesunden Wachstum und zur opt...
Ein immer sauberer Po fördert nicht nur das Wohlbefinden Ihres Kindes, er sorgt auch für dessen Gesundheit. Welche Aspek...
Erst Fieber, dann Hautausschlag am ganzen Körper - typische Anzeichen für das Dreitagefieber. Lesen Sie hier, wie Sie di...
|