Was tun, wenn die Fruchtblase geplatzt ist?

Blasensprung

Platzt die Fruchtblase, steht die Geburt meist kurz bevor. Doch was genau passiert beim sogenannten Blasensprung und wie reagiere ich richtig? Und kann dieser auch gefährlich für Mutter und Kind werden?

Schwangere Frau in Unterwäsche hält sich am Bauch

Die Fruchtblase - ein Schutzschild für das ungeborene Baby

In Mamas Bauch ist das Baby sicher und gut geschützt. Einen wichtigen Beitrag leistet hier die Fruchtblase. Hierunter könnt Ihr Euch eine Art Membran vorstellen, die mit Fruchtwasser gefüllt ist. Die Fruchtblase arbeitet ähnlich wie ein Schutzschild.

  • Sie wehrt Infektionen ab und
  • schützt vor Stößen und sonstigen Gefahren.

In der Fruchtblase ist Euer Kind gut geschützt und kann heranwachsen und gedeihen.

Embryo in der 24. SSW
Der Embryo liegt geschützt in der Fruchtblase, hier in der 24. Schwangerschaftswoche

Der Blasensprung - wenn die Fruchtblase platzt

Nicht selten hört man von Frauen im Rahmen der Geburt, dass die Fruchtblase geplatzt ist. Doch was genau bedeutet das genau?

Während der Schwangerschaft befindet sich das ungeborene Kind in der Fruchtblase, umgeben von Fruchtwasser. Reist die Fruchtblase und tritt Fruchtwasser aus, spricht man vom sogenannten Blasensprung. Das Fruchtwasser fließt dann, entweder tröpfchenweise oder auch schwallartig, in Richtung Muttermund und geht vaginal ab.

Steht die Geburt kurz bevor, wird die Haut der Fruchtblase dünner, man geht davon aus, dass das Baby dann selbst den Startschuss gibt. Aber auch mechanische Reize, Infektionen oder Unfälle können zu einem Blasensprung führen.

In der Regel ist das Fruchtwasser klar und geruchslos. Ist das Fruchtwasser eher grünlich, kann das für eine Infektion sprechen, oder auch dafür, dass das ungeborene Kind Stress hat und sich in keinem guten Zustand befindet.

Rechtzeitig, frühzeitig, vorzeitig

Beim Blasensprung unterscheiden Experten grundsätzlich drei verschiedene Varianten.

Der rechtzeitige Blasensprung

Grundsätzlich tritt der Blasensprung im Rahmen des Geburtsvorgangs ein. Hat die Frau schon Wehen und befindet sich bereits in der Austreibungsphase, so handelt es sich um einen rechtzeitigen Blasensprung.

Dieser Zeitpunkt ist der ideale Zeitpunkt, der Blasensprung findet rechtzeitig statt, die Geburt steht kurz bevor.

Der frühzeitige Blasensprung

Wie der Begriff schon vermuten lässt, kommt es in solchen Fällen zu einem frühzeitigen Platzen bzw. Aufreißen der Fruchtblase. Frühzeitig, das bedeutet hier, der Blasensprung findet zwar auch nach Beginn der ersten Wehen, aber noch vor der Austreibungsphase statt.

Der vorzeitige Blasensprung

Beim vorzeitigen Blasensprung reißt die Fruchtblase, noch bevor die Wehen eingesetzt haben.

Schwangere Frau am Wehenschreiber
Im Idealfall springt die Fruchtblase während der Eröffnungsphase, wenn die Geburt also bereits begonnen hat

Sonderfall: Der hohe Blasensprung

Kommt es zu einem hohen Blasensprung, reißt die Fruchtblase weit oben auf. Das Fruchtwasser geht dann meist nur tröpfchenweise ab. Nicht selten kommt es unter der Geburt dann zu einem weiteren Blasensprung, so dass das Fruchtwasser dann ganz abgehen und das Kind geboren werden kann.

Sonderfall: Gar kein Blasensprung

Befindet sich die Frau bereits in der Geburtsphase, aber die Fruchtblase ist noch nicht geplatzt, so kann es auch dazu kommen, dass Arzt oder Hebamme die Fruchtblase manuell aufmachen müssen. Das darf aber nur vom Fachpersonal erfolgen.

Ein notwendiger Prozess mit Gefahren und Risiken

Der Blasensprung ist nötig, damit ein Kind zur Welt kommen kann. Erst, wenn die Fruchtblase offen ist, kann das Kind seinen Weg nach draußen finden. Auf der anderen Seite aber birgt ein Blasensprung auch gewisse Risiken. Denn die Fruchtblase war bis dato das Schutzschild des Kindes. Nach dem Blasensprung steigt also die Gefahr, dass sich Infektionen bis zum Kind ausbreiten können. Dennoch besteht kein Grund zur Panik. Wichtig ist, nach einem Blasensprung den Arzt aufzusuchen. Dieser kann dann Untersuchungen unternehmen und entscheiden wie es weitergeht.

Ultraschalluntersuchung einer schwangeren Frau
Um eine Infektion und Gefahren für das Ungeborene auszuschließen, findet nach einem Blasensprung eine Untersuchung statt

Handelt es sich um einen rechtzeitigen Blasensprung, steht die Geburt in der Regel kurz bevor und alles läuft problemlos ab.

Bei einem frühzeitigen oder vorzeitigen Blasensprung müssen die Ärzte die weitere Vorgehensweise individuell abwägen und festlegen. Mutter und Kind sollen Zeit bekommen, um sich in Ruhe und möglichst natürlich auf den Weg zur Geburt zu machen. Auf der anderen Seite sollte aber auch nicht zu viel Zeit vergehen, denn, je länger es dauert, desto größer die Gefahr möglicher Infektionen.

Meist warten die Ärzte 12 bis 24 Stunden, bis dann eventuell wehenfördernde Mittel gegeben bzw. die Geburt eingeleitet wird. Sind Mutter und Kind aber gesund, ist die Gefahr meist gering und der Geburt kann gelassen entgegengeblickt werden.

Wenn der Blasensprung zu früh kommt

Meist ist es so, dass der Blasensprung rund um den Geburtstermin auftritt. Doch es kann auch vorkommen, dass die Fruchtblase viel zu früh springt. Je nach Schwangerschaftswoche muss dann entsprechend gehandelt werden. Euer Arzt wird dann die weitere Vorgehensweise individuell mit Euch besprechen. Fest steht, ewig kann das ungeborene Kind nicht mehr im Bauch der Mutter verbleiben, wenn die Fruchtblase bereits gesprungen ist. Wie lange, das hängt in erster Linie vom Infektionsrisiko und dem Gesundheitszustand von Mutter und Kind ab.

Blasensprung bis zur 20. Woche

Das Kind ist noch sehr klein und eigentlich auch nicht überlebensfähig. Hier wird dann meist zu einem Schwangerschaftsabbruch geraten, auch, um die werdende Mutter zu schützen und mögliche Infektionen auszuschließen.

Embryo in der 18. SSW
Das Ungeborene in der 18. Schwangerschaftswoche

Blasensprung zwischen der 20. und 24. Woche

Zwischen der 20. und der 24. Woche hat ein Blasensprung nicht selten eine Fehlgeburt zur Folge. Die Überlebenschancen für das Kind sind gering aber gegeben, so dass es Sinn machen kann, mit Medikamenten Infektionen vorzubeugen und dem Kind so viel Zeit wie möglich in Mamas Bauch zu lassen. Strikte Bettruhe ist jetzt wichtig und unerlässlich.

Embryo in der 22. SSW
Das Ungeborene in der 22. Schwangerschaftswoche

Blasensprung zwischen der 24. und 28. Woche

Kommt es ab der 24. Woche bis hin zur 28. Woche zum Blasensprung, sind die Überlebenschancen des Kindes schon deutlich höher. Natürlich wird auch jetzt versucht, Infektionen vorzubeugen und das Kind so lange um Bauch der Mutter zu belassen wie es medizinisch zu vertreten ist.

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass sich der Riss in der Blase spontan wieder verschließt. Engmaschige Untersuchungen sind dann ein Muss.

Embryo in der 26. SSW
Das Ungeborene in der 26. Schwangerschaftswoche

Blasensprung zwischen der 28. und 32. Woche

Bis zur 32. Woche muss individuell entschieden werden, ob das Kind entbunden werden muss, oder ob mit Hilfe von Medikamenten noch Zeit gewonnen werden kann. Je länger das Kind im Bauch der Mutter verbleiben kann, desto besser ist es natürlich für seine Entwicklung und seinen Start ins Leben. Chancen und Risiken müssen hier gegenübergestellt werden. Auf der anderen Seite haben die Kinder, die zwischen der 28. und 32. Woche geboren werden, relativ gute Chancen zu überleben und zu gesunden Kindern heranzuwachsen.

Embryo in der 30. SSW
Das Ungeborene in der 30. Schwangerschaftswoche

Blasensprung ab der 32. Woche

Ab der 32. Woche kommen nur noch selten Medikamente zum Einsatz. Kommt es zu einem Blasensprung, wird das Kind meist auf die Welt geholt.

Embryo in der 34. SSW
Das Ungeborene in der 34. Schwangerschaftswoche

Das richtige Verhalten nach einem Blasensprung

Ist die Blase geplatzt, solltest Du in jedem Fall erst einmal Ruhe bewahren.

Ganz gleich in welchem Schwangerschaftsmonat Du dicht befindest, gilt es Deine Hebamme, den Arzt oder die Geburtsstätte zu kontaktieren. Dort wirst Du erfahren, wie es nun weitergeht.

Befindest Du Dich bereits am Ende der Schwangerschaft und hast Wehen, machst Du Dich mit Deiner (bereits gepackten) Kliniktasche auf den weg zum Krankenhaus bzw. Kreißsaal und die Geburt nimmt ihren Lauf.

Hast Du zur Zeit des Blasensprunges noch keine Wehen, kann es sein, dass Dich die Ärzte im Krankenhaus lediglich untersuchen und noch einmal für 12 bis 24 Stunden nach Hause schicken. Da nach einem Blasensprung ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, solltest Du Dich zu Hause an folgende Verhaltensregeln halten:

  • Viel trinken ist wichtig, denn, Fruchtwasser wird nachgebildet
  • Auf Kindsbewegungen achten
  • Regelmäßiges Messen der Temperatur; bei Fieber, Unwohlsein oder Komplikationen immer direkt zum Arzt bzw. ins Krankenhaus
  • Farbe und Geruch des weiterhin austretenden Fruchtwassers können sehr aufschlussreich sein, bei Veränderungen ebenfalls sofort einen Arzt zu Rate ziehen

Meist entscheiden die Ärzte dann nach spätestens 24 Stunden, die Geburt einzuleiten, so lange eine entsprechende Schwangerschaftswoche erreicht wurde. Unabhängig davon, ob es Mutter und Kind gut geht oder ob es bereits zu Infektionen kam, ohne Fruchtblase besteht ein erhöhtes Risiko, und der Zeitraum zwischen Blasensprung und Geburt sollte so gering wie möglich sein.

Schwangere Frau in einem Krankenhausbett
Nach einer Untersuchung entscheiden der Arzt über den weiteren Verlauf und Beginn der Geburt

Sonderfall Liegendtransport

Unter normalen Umständen ist es nicht notwendig, dass Du Dich nach dem Blasensprung sofort hinlegst und nur noch liegend den Weg in die Geburtsstätte antreten darfst.

Ein Liegendtransport, zum Beispiel im Krankenwagen, wird Schwangeren in einem der folgenden Fälle empfohlen:

  • Der Blasensprung findet bereits vor der 34. Schwangerschaftswoche statt und es wurde relativ viel Fruchtwasser verloren
  • Es liegt eine Querlage, Schräglage oder Beckenendlage vor

Bildnachweise

  • pregnant woman © Astroid - www.fotolia.de
  • weekly development of a human fetus - week 24 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Pregnant woman undergoing cardiotocography © Gajus - www.fotolia.de
  • doctor conducting the ultrasound procedure to pregnant woman © Olesia Bilkei - www.fotolia.de
  • weekly development of a human fetus - week 18 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • weekly development of a human fetus - week 22 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • weekly development of a human fetus - week 26 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • weekly development of a human fetus - week 30 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • weekly development of a human fetus - week 34 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Young pregnant woman with doctor at the hospital © Africa Studio - www.fotolia.de

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Baby-Vornamen-Redaktion - Artikel zuletzt überarbeitet am

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