Der Unterschied zwischen Nachgeburtswehen und Nachwehen

Kleine Wehenkunde

Welche Wehen gibt es? Welches sind die einzelnen Schritte und Abläufe bei einer Geburt? Ist nach der Entbindung alles vorbei und wie lange dauern die Schmerzen?

Schwangere Frau liegt im Krankenhausbett auf der Seite und ist am Wehenschreiber (CTG) angeschlossen

In einer Schwangerschaft gibt es viele Fragen. Besonders die erste Schwangerschaft ist spannend und die Schwangere möchte alles so gut es geht wissen. Es ist sehr sinnvoll, sich mit den Abläufen einer Geburt schon im Vorfeld bekannt zu machen, dann kann man als Gebärende während der Geburt besser mit den einzelnen Stadien umgehen, da sie einem bekannt erscheinen und weniger Angst auslösen.

Während des Geburtsvorgangs wird unterschieden zwischen Eröffnungswehen und Presswehen. Die Eröffnungswehen leiten die Geburt ein und dehnen die Geburtswege. Die Presswehen dienen dazu, das Kind aus dem Mutterleib ins Leben zu befördern. Doch damit ist die Geburt noch nicht vorbei:

Zwar ist der schwierigste Teil überstanden. Das Kind ist da und hoffentlich gesund. Die Mutter konzentriert sich vom ersten Schrei des Neugeborenen ab mehr auf das Kind als auf sich selbst. Dies ist ein Vorteil, denn oftmals bekommt die Mutter so vom weiteren Verlauf der Geburtsphase weniger mit und kann sie ohne Anspannung vollends durchleben.

Ist das Kind erst einmal geboren, müssen auch die restlichen zur Schwangerschaft gehörenden Substanzen den Körper der Gebärenden verlassen. Dazu zählt einmal das Fruchtwasser, das meistens und zum größten Teil schon im Geburtsvorgang selbst mit ausfließt. Ein weiterer sichtbarer und augenfälliger Bestandteil der Schwangerschaft ist die Nabelschnur. Weniger Beachtung findet hingegen die Plazenta, ein großes, blutgefülltes und mit Adern durchzogenes Gebilde, das während der Schwangerschaft den Austausch zwischen Mutter und Kind steuert. Nach der Geburt des Kindes ist die Plazenta überflüssig und muss den Körper der Gebärenden verlassen.

Frau mit Wehen
Frau mit Wehen

Im Idealfall erfolgt dies automatisch. Es findet eine weitere Wehentätigkeit statt, die dazu dient, die Plazenta und Nabelschnur-Reste auszustoßen. Diese Substanzen werden als die so genannte Nachgeburt bezeichnet. Die Wehen zu ihrem Ausstoß sind also die Nachgeburts-Wehen. Mit ihnen werden alle jetzt überflüssigen Bestandteile aus der Gebärmutter gelöst und ausgestoßen. Die Nachgeburtswehen können auch noch einmal recht schmerzhaft sein.

Im Unterschied zu den Nachgeburtswehen betrachtet man ebenfalls die Nachwehen der Geburt. Sie treten meist erst später, nach einigen Stunden, auf. Die Nachwehen dienen dazu, die Kontraktion und Rückbildung der Gebärmutter in den Normalzustand zu unterstützen. Nachwehen werden durch hormonelle Ausschüttungen ausgelöst, die zum Beispiel durch den Stillvorgang angeregt werden. Nachwehen treten bis zu mehrere Tage nach der Geburt auf und können leicht bis stark schmerzhaft sein. Nach Beobachtung an Schwangeren, nimmt die Intensität von Nachwehen mit der zunehmenden Anzahl von Geburten zu. Das heißt, bei einer Erstgebärenden fallen sie oft weniger stark und weniger schmerzhaft aus.

Bildnachweise

  • Pregnant woman undergoing cardiotocography © Gajus - www.fotolia.de
  • labour - breathing exercises © Leah-Anne Thompson - www.fotolia.de

Autor:

Baby-Vornamen-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Auch interessant