Der Sinn von Vornamen und geschichtliche Hintergründe
Vornamen machen einen Menschen individuell. Warum ausgerechnet dieser Vorname von den Eltern ausgewählt wurde, kann viele Gründe haben, denn Vornamen haben eine ganz eigene Geschichte.
Seit wann gibt es Vornamen?
Im frühen Mittelalter hatten die Menschen nur einen Namen, der sich in der Regel auf ihren Beruf bezog. Müller, Schneider oder Schmied. Andere Namen bezogen sich auf Eigenschaften. Wenn zum Beispiel ein Mann besonders groß war, wurde er "Der Lange" genannt. Mit zunehmender Bevölkerung vor allem in den Städten, wurde es notwendig, einen eigenen, auf die Person bezogenen Namen zu haben. Zunächst orientierten sich unsere Vorfahren an den germanischen Göttern. So steht der Vorname Werner für einen Angehörigen des Germanenstamms der Warnen. Brunhilde erinnert an die Walküren, die eine Brünne, einen Brustpanzer, trugen. Als sich im 12. Jahrhundert das Christentum immer mehr durchsetzte, kamen die Vornamen aus dem Hebräischen. So bedeutet Judith "die aus Judäa stammende" und Josef kennzeichnet einen Anhänger Jehovas, Christian ist der Anhänger Christi und David der von Gott geliebte. Der Vorname gewann immer mehr an Bedeutung, während der Nachname auf die Zusammengehörigkeit zu einer bestimmten Familie oder Sippe hindeutete.
Der Einfluss der Römer und Griechen
Viele unsere heutigen Vornamen kommen aus dem lateinischen oder altgriechischen. Während die griechischen Vornamen immer aus zwei Wortteilen zusammen gesetzt sind, fehlt den Vornamen lateinischen Ursprungs diese Gliederung. So bedeutet die Übersetzung des lateinischen Namens Felix einfach nur "der Glückliche" und Florian ist "der Blühende", während im griechischen der Name Alexander sich aus den Wörtern alexo = wehren und anór = Mann zusammensetzt. Alexander heißt also ursprünglich "Der wehrhafte Mann". Ein schönes Beispiel ist auch der Name Nikolaus. Aus dem griechischen Nikao = Sieg und laós = Volk, der Sieger des Volkes, wurde Nikolaus und im Laufe der Zeit einfach Klaus.
Andere Völker, andere Namen
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Welt immer größer und immer mehr Vornamen aus verschiedenen Sprachen kamen dazu. So wurden zum Beispiel in Norddeutschland viele Vornamen von den skandinavischen Nachbarn übernommen. Aus dem ursprünglich hebräischen Namen Johannes wurde Jens und Torsten leitet sich von Thor ab, der höchsten nordischen Gottheit. Der friesische Name Fritjof bedeutet Friedensfürst, kommt aber aus dem dänischen und heißt eigentlich Thiof = Dieb. Aus Laurentius wurde kurz Lars und aus dem skandinavischen Kornelius wurde Nils. Viele Vornamen kommen auch aus dem Slawischen. So stammt Vera von wjera = Glaube aus dem russischen und der vermeintlich deutsche Vorname Theodor kommt eigentlich von Fedor, was aus dem russischen übersetzt das Geschenk Gottes bedeutet.
Vornamen heute
Die meisten Eltern überlegen schon lange vor der Geburt ihres Kindes, welchen Vornamen es tragen soll. Früher übernahmen Jungen in der Regel den Namen des Vaters, den der wiederum von seinem Vater übernommen hatte. Heute ist das nur noch in adligen Familien der Fall. Waren eine Zeitlang möglichst ausgefallene Name wie Finley und Adis für Jungen oder Tiana und Rixa für Mädchen modern, so setzten sich nach und nach alte Vornamen wieder durch.
Viele Jungen heißen wieder Johannes oder Friedrich, bei den Mädchen sind es Sophie oder Luise.
Wie immer der Vorname auch lautet, er sollte später auch seinem Träger gefallen und zum Familiennamen passen.
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